Unsinniges Hick-Hack mit der Wehrpflicht beenden
"Erst 2004 wurden die Tauglichkeitskriterien gelockert, nun sollen sie wieder verschärft werden. Jungen Männern ist dieses ständige Hin und Her nicht mehr zu vermitteln. Sie leiden schon jetzt unter der vorherrschenden Einberufungswillkür in Deutschland.
Immer wieder erreichen mich Klagen von Wehrpflichtigen, die sich in ihrem beruflichen Ausbildungsweg blockiert sehen. Die einen, weil sie sich für eine mögliche Heranziehung bereithalten müssen, ohne zu wissen, wann und ob diese je erfolgen wird. Die anderen, weil sie zu einer ungünstigen Unterbrechung ihres Bildungsweges gezwungen werden. Dieser Praxis muss endlich ein Ende bereitet werden. Der Verteidigungsminister sollte weniger Energie darauf verwenden, sich Maßnahmen zu Rettung der Wehrpflicht auszudenken, als lieber die konsequente Transformation unserer Streitkräfte in eine moderne Freiwilligenarmee in Angriff nehmen.
Bereits die zuletzt von ihm veranlasste Erhöhung der Einberufungen um zusätzlich 6.700 Wehrdienstleistende pro Jahr hat sich als kontraproduktiv erwiesen. Das bindet Personal, Verwaltungskapazitäten und Finanzen, welche an anderer Stelle in der Bundeswehr dringend benötigt würden. Darauf verweist nicht zuletzt auch der Wehrbeauftragte in seinem jüngsten Bericht. Die Bundeswehr benötigt angesichts ihrer heutigen Einsatzanforderungen eine moderne Ausrüstung und fundiert ausgebildete Soldatinnen und Soldaten. Eine kostspielige Wehrpflichtarmee ist da das falsche Rezept. Wir müssen unsere Ressourcen und Anstrengungen für die Sicherheitspolitik endlich in einer reinen Freiwilligenarmee bündeln.




