Stange: "Bundeswehr hat nichts in den Schulen zu suchen"

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

„Herr Wöller war offenbar schlecht beraten, als er den Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr unterschrieb. Das kann nur passieren, wenn jemand keine Ahnung von der DDR-Schule hat. Erinnerungen an den Wehrkundeunterricht werden bei vielen Eltern wach, wenn sie hören, dass die Bundeswehr in den Schulen ihre einseitige politische Sicht auf internationale Konflikte mit Segnung des Ministeriums darstellen darf. In anderen Ländern gibt es seit Jahren Proteste von Elternverbänden, Friedensinitiativen und Gewerkschaften gegen die Auftritte der Bundeswehr in den Schulen. Warum vertraut Herr Wöller nicht auf die Landeszentrale für politische Bildung, wenn es ihm darum geht, nationale und internationale Sicherheitspolitik begreifbar zu machen? Im Sinne des Beutelsbacher Konsenses sollten Pro und Contra von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren, also auch Friedensinitiativen, dargestellt werden können und die Schüler sich ein eigenes Urteil bilden dürfen. Der Einsatz der Bundeswehr im Ausland wird in der Gesellschaft kontrovers diskutiert und die Schule muss den Schülern die Möglichkeit eröffnen, alle Seiten der Kontroverse zu erkennen. Das wird kaum möglich sein, wenn Jugendoffiziere allein die Sicht der Bundeswehr z.B. auf den Krieg in Afghanistan darstellen.

Die SPD fordert den Kultusminister auf, den Vertrag zurückzunehmen und das Thema an die Landeszentrale für politische Bildung abzugeben.“

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