Tiefensee: „Braunkohle ist Brückentechnologie"

 Der Bundestagsabgeordnete und Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee erklärt zur Zukunft der Braunkohle:

„Die Braunkohle ist ein wichtiger heimischer Energieträger, den wir mittelfristig nutzen sollten. Es ist bekannt, dass Braunkohle besonders viel klimaschädliches CO2 freisetzt und daher nur mittelfristig und mit hocheffizienten Kraftwerken eine Option darstellt. In diesem Sinne ist sie eine wirkliche Brückentechnologie hin zu einer 100%igen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien.

Ein mittelfristiger Ausstieg bis 2050 – wie ihn die SPD vertritt – ist sowohl klimapolitisch vertretbar als auch wirtschaftlich sinnvoll: So wird ausreichend Zeit bleiben, die alternative Energiegewinnung aufzubauen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Braunkohleindustrie die Gelegenheit zu geben, sich auf den Strukturwandel einzustellen.

Die SPD geht damit den vernünftigen Mittelweg. Er berücksichtigt gleichermaßen den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit, die Bezahlbarkeit von Energie für Verbraucher und Wirtschaft und stellt die notwendigen Zeitläufe zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Rechnung.

Die Idee, man könne zu vertretbaren Bedingungen bis 2030 aus der Braunkohle aussteigen, ist überambitioniert, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unrealistisch und somit nicht seriös.

Die Vorstellung der sächsischen Landesregierung aber, erst in 100 Jahren auf die Braunkohle verzichten zu wollen, ist wiederum klimapolitisch nicht zu verantworten und im Übrigen politisch schlicht von gestern. Denn das hieße im Klartext, den Ausstieg aus der Braunkohle zu keinem Zeitpunkt tatsächlich voranzutreiben. Darüber hinaus gefährdet diese „Politik der langen Bank und des ewig weiter so" sächsische Arbeitsplätze. Die können nur dann langfristig gesichert werden, wenn Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Politik im Blick auf die bevorstehende Energiewende die notwendigen Strukturanpassungen kraftvoll angehen. Dies leistet die sächsische Landesregierung nicht.“

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