Mann: Erstklassige Forschung und Mediziner-Ausbildung darf nicht bestraft werden!

Holger Mann, Sprecher für Hochschule und Wissenschaft der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

Vor dem Hintergrund eines 10-Mio-Jahres-Defizites steht die sehr erfreuliche Entwicklung der Medizinischen Fakultät Leipzig in Frage: Das weitere Beharren des sächsischen Finanzministeriums auf Budgetlinien von 2004 hätten radikale Personaleinschnitte für zur Folge. Dies kann sich das Land vor dem Hintergrund des schon jetzt spürbaren Ärztemangels und der Bedeutung der Verbundforschungsvorhaben nicht leisten.

Ich fordere deshalb die zwei Staatsministerinnen auf, sich für die Einstellung der notwendigen Mittel im Kabinett stark zu machen. Die Anpassung an die tarifliche Entwicklung muss bei den Landeszuschüssen (Globalhaushalt) genauso Berücksichtigung finden, wie die gewachsene Forschungsleistung. Ein vom Finanzministerium diktierter bloßer Verbleib auf dem Niveau von 2004 ist keine Antwort, sondern Ursache des Problems.

Die von der Staatsregierung in der Antwort auf Anfrage 5/831 – “Situation an der medizinischen Fakultät Leipzig” gegebenen Antworten sind unzureichend und tragen der Situation vor Ort wenig Rechnung. Dass die bereits umgesetzten 14 Maßnahmen der Zielvereinbarung von 2004 nicht die erhofften Konsolidierung der finanziellen Lage erbrachten, ist eine Tatsache, genauso wie fehlender Ausgleich für die seitdem erfolgten Tariferhöhungen. Völlig zu Recht fordert die Fakultät Unterstützung vom Land für die im Zuge des Ost-West-Angleichs eintretende Personalkostensteigerung in Höhe von 4,3 Millionen Euro.

Die Medizinische Fakultät Leipzig hat in den letzten Jahren Großartiges geleistet. Sie kann sowohl exzellente Forschung, wie eine hervorragende Lehre vorweisen. Das belegen die steigende Anzahl von Großforschungsprogrammen und die höchste Absolventen-Quote der Republik. Nicht zuletzt werden in Leipzig - am Rande der Kapazitätsgrenzen - die meisten sächsischen Mediziner ausgebildet und auf jeden Euro Landeszuschuss inzwischen ein weiterer Euro an Drittmitteln eingeworben.

Hintergrund:

Gestern fand an der medizinischen Fakultät Leipzig eine Personalversammlung statt, bei der Dekan Prof. Dr. Joachim Thiery darüber informierte, dass die Fakultät im laufenden Jahr vor einem Defizit von ca. 10 Millionen Euro steht. Diese setzen sich aus einem Wegfall von 5,7 Millionen Euro Landeszuschuss und Tarifsteigerungen – u.a. infolge der Ost-West-Anpassung – zusammen. Die drohenden Konsequenzen sind Personalabbau, Gefährdung von Forschungsprojekten, sowie eine Verlängerung des Medizinstudiums.

Die Fakultät besitzt eine enorme Stärke in der Einwerbung von Drittmitteln. Im Jahr 2009 wurden bei 52,67 Millionen Euro Landesmitteln 35,63 Millionen Euro Drittmittel eingeworben.

Mehr Informationen zur Einrichtung unter http://www.uniklinikum-leipzig.de

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