Stange: "Schwarz-Gelb sollte Tag des offenen Denkmals zum Nachdenken nutzen"

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt aus Anlass des Tages des offenen Denkmals am kommenden Sonntag:

„Sachsens Staatsregierung sollte am Tag des offenen Denkmals endlich zum Nachdenken kommen und die geplante Axt am Denkmalschutzgesetz endgültig begraben.

Der Denkmalschutz in Sachsen hat bereits erheblichen Schaden durch den seit Jahren anhaltenden Stellenabbau im Landesamt, wie auch auf der Ebene der unteren Denkmalschutzbehörden genommen. Zahlreiche Anträge müssen lange auf Genehmigung warten, ausreichende Forschungen und fachgerechte Baubegleitungen können so nicht erfolgen. Dem Prozess der schleichenden Aushöhlung des Denkmalschutzes soll, wenn es nach dem Willen der schwarz-gelben Staatsregierung geht, nun der vollkommene Verlust des Kulturschutzes für mehr als 80 Prozent der Denkmäler folgen. Gründerzeithäuser, Parks, Kirchen u.v.m. vor allem jenseits der großen Zentren verlieren den Schutz ihrer Substanz.

Die Meinung der Liberalen, dass nur die kommerzielle Verwertbarkeit eines Denkmals zählt, zeugt vom Kulturverlust dieser Partei.

Wenn das geplante Denkmalschutzgesetz diesen Substanzverlust zulässt, dann hat Sachsen den Anspruch als Kulturland endgültig eingebüßt. Der Bau der Waldschlösschenbrücke und die Ignoranz gegenüber der UNESCO haben bereits erheblichen weltweiten Schaden angerichtet.

Was die DDR-Zeit gerade noch überlebt hat, wird dann zwanzig Jahre nach deren Ende aus rein wirtschaftlichen Interessen der Vernichtung preisgegeben. Der nationale und internationale Aufschrei aus der Fachwelt ist mehr als berechtigt! Denn was in Sachsen geht, kann auch in anderen Ländern schlechte Schule machen. Der Tag des offenen Denkmals soll eine Ermahnung an die Staatsregierung sein.“

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