Dulig: Tillich schiebt Wöller den Schwarzen Peter zu

Späte Einsicht - aber schlechte Lösung

Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

"Die angedrohte Zwangsteilzeit für die Lehrerinnen und Lehrer an Sachsens Schulen ist zum Glück vom Tisch. Dass in letzter Minute das Schlimmste abgewendet werden konnte, ist vor allem der Verdienst der GEW.

Aber das Abwenden der Zwangsteilzeit hat einen hohen Preis: Zum einen ist der Einstellungskorridor von 130 neuen Lehrern pro Jahr viel zu schmal, um den künftigen Bedarf decken zu können. Zum anderen muss der Kultusminister nun andere Löcher aufreißen. Die 50 Millionen Euro zur Finanzierung der zusätzlichen Stellen kann er nicht einfach aus der Portokasse nehmen. Es wäre verheerend, wenn Minister Wöller hierfür nun an die Ganztagsangebote und das kostenfreie Vorschuljahr gehen würde.

Die Entscheidung von Ministerpräsident Tillich, sich vor Unland zu stellen und Wöller den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist ein glatter Affront. Das ist nichts anderes als die konsequente Fortführung seiner unsozialen Kahlschlagpolitik der letzten Monate. Sachsen investiert erst 4 Prozent statt der angestrebten 7 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Bildung. Gerade hier darf man also nicht zusammenstreichen. So macht man keine zukunftsorientierte Bildungspolitik.“

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