Dulig: „Volkskammerwahlen sind ein Grundstein der friedlichen Revolution“

Volkskammerwahl jährt sich am 18. März zum 20sten Mal

 „Die erste freie und geheime Wahl der Volkskammer im Jahr 1990 ist ein Meilenstein deutscher Freiheitsgeschichte. Sie ist eine Errungenschaft der friedlichen Revolution, an der die neu gegründete Sozialdemokratische Partei in der DDR einen wesentlichen Anteil hatte“, so der SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig anlässlich des bevorstehenden Jahrestages. „Auch wenn wir uns für die Sozialdemokraten ein anderes Ergebnis gewünscht hätten, an diese Wahl müssen andere Maßstäbe gelegt werden. Niemals wieder haben sich in diesem Ausmaß Bürgerinnen und Bürger an Wahlen beteiligt. Über zwölfeinhalb Millionen Menschen in der damaligen DDR – 93,4 Prozent – legten mit ihrer Stimmabgabe einen Grundstein für den demokratischen Neubeginn und ebneten den Weg für die Einheit Deutschlands. “

Rolf Schwanitz, vor 20 Jahren in die Volkskammer gewählt und heute politisch als Bundestagsabgeordneter im Vogtland aktiv, erinnert sich: "Mit dieser Wahl nahm in Ostdeutschland nach mehr als sieben Jahrzehnten zum ersten Mal wieder ein vom Volk gewähltes Parlament seine Arbeit auf. Vor uns lagen anstrengende und spannende Monate bis zum 3. Oktober. Diese Volkskammer war auch eine Schule der Demokratie für viele Parlamente, die nach ihr kamen."

Dem pflichtet die Europaabgeordnete Constanze Krehl, ebenfalls vor 20 Jahren in die Volkskammer gewählt bei: „Für viele der Abgeordneten hat sich mit der Wahl eine neue Perspektive aufgetan – damit begann ein völlig anderes Leben. Ich bin mit einem Kribbeln im Bauch zur ersten Fraktionssitzung nach Berlin gefahren. In den folgenden Tagen und Wochen gab es Crashkurse in Sachen Gesetzgebung, Haushaltsführung und Demokratie. Ein besonders einschneidendes Erlebnis war es, den Einigungsvertrag vorzubereiten und damit die DDR abzuwickeln.“

In der ersten frei und geheim gewählten Volkskammer saßen für die sächsische SPD folgen-de 14 Abgeordnete: Alfred Förster, Christina Fritsch, Johannes Gerlach, Frank Heltzig, Renate Jäger, Karl-August Kamilli, Constanze Krehl, Karl-Heinz Kunckel, Dietmar Matterne, Joachim Richter, Dieter Rudorf, Rolf Schwanitz, Inge Stetter, Gunter Weißgerber.

Ein politisches Mandat inne haben noch Constanze Krehl, MdEP und Rolf Schwanitz, MdB. Andere waren über die Jahre hinweg politisch aktiv, teilweise auch über mehrere Legislaturen hinweg in den Sächsischen Landtag oder im Bundestag gewählt.

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