Anna-Zammert-Preis

Anna-Zammert-Preisverleihung 2010

Würdigung innovativer Projekte der SPD-Ortsvereine

Bereits zum zweiten Mal hat die sächsische SPD den Anna-Zammert-Preis verliehen und damit innovative Projekte und Ideen der SPD-Basisgliederungen prämiert. „Es haben sich Ortsvereine vorgestellt, die sich mit Ihren Initiativen hervorragend am Umbau der Partei beteiligen, gerade weil sie interessierte Nicht-Mitglieder in die Arbeit der SPD einbeziehen und zur gesellschaftlichen Verankerung der SPD beitragen“ so sich der SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig. 

Die Jury um Thomas Jurk, Sven Kasubek, Constanze Krehl, Rolf Schwanitz und Ines Vogel vergab den 1. Platz (600 Euro) an den Ortsverein Chemnitz Helbersdorf, der mit seinem 20 jährigen Engagement besonders hervorstach. Jurymitglied und Europaabgeordnete Constanze Krehl würdigte das Projekt insbesondere aufgrund seiner vorbildlichen Partnerschaft, die der Ortsverein seit 20 Jahren mit den Sozialdemokraten in Dänemark pflegt. Außerdem erfährt der Ortsverein durch seine zielgerichtete Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger im Chemnitzer Heckert-Gebiet zunehmend Resonanz durch Parteilose. 

Das Leipziger Vorhaben, in diesem Jahr ein interkulturelles Parkfest zu gestalten, bei dem Menschen mit Migrationshintergrund gezielt angesprochen und ins Fest mit eingebunden werden, wurde von der Jury mit dem 2. Platz (500 Euro) gewürdigt. Das Fest findet am 12. September 2010 in Zusammenarbeit der Leipziger Ortsvereine Mitte, Süd und Südwest sowie mit dem Stadtverband, der Europaabgeordneten Constanze Krehl und dem AK Migration im Clara-Zetkin-Park statt. Damit leisten die Ortsvereine einen kleinen Beitrag zur Integration und senden ein deutliches Signal für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit. 

Die jeweils 3. Plätze (je 400 Euro) gingen an die Ortsvereine Plauen sowie Reichenbach und Umgebung

Das Reichenbacher Projekt beschäftigt sich mit der biografischen und geschichtlichen Aufarbeitung des ehemaligen Landtagsabgeordneten, Landesvorsitzenden und Reichstagsabgeordneten Arthur Georg Arzt. Arzt wurde 1880 in Reichenbach im Vogtland geboren und betätigte sich jahrelang als aktives Mitglied der SPD in Sachsen und als SPD-Reichtagsmitglied. Der Ortsverein wird anlässlich Arzt’s 130. Geburtstages eine Ausstellung gestalten.

Der Ortsverein Plauen bewarb sich dieses Jahr zum zweiten Mal mit den seit 2003 jährlich stattfindenden Schlauchboottouren auf der Weißen Elster. Mit dem Rafting-Erlebnis macht der Ortsverein auf unkonventionelle Weise auf die SPD aufmerksam und kommt somit insbesondere mit Nicht-Mitgliedern ins politische Gespräch: „Wenn die Menschen nicht zur Politik kommen, muss eben die Politik zu den Menschen kommen.“ - so das Motto. 

Der Publikumspreis (600 Euro), den die Delegierten des Parteitages wählten, ging an den Ortsverein Frankenberg-Hainichen-Striegistal, der sich mit seinem Projekt „Stricken für Kindergärten“ bewarb. Die 2008 in Frankenberg gestartete Initiative richtet sich an Menschen, die sich für das Stricken interessieren. Seither haben bis zu acht Frauen aus Frankenberg und den umliegenden Gemeinden 214 Puppen für die Kindergärten in der Region eingestrickt und zahlreiche Wollspenden gesammelt. Dank der großen Resonanz ist nun ein Ausweiten der Aktion auf den Ortsverein Hainichen in Planung. 


Flyer zum Download

Teilnahme

Teilnahmeberechtigt sind alle Ortsvereine der SPD Sachsen. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs können aktuelle oder geplante Projekte und noch nicht umgesetzte Ideen eingereicht werden. Dabei ist das Thema der Projekte frei, als Anregung gelten die folgenden Schwerpunkte:

  • Projekte und Initiativen, die auf besondere Weise Nicht-Mitglieder an der Arbeit der SPD beteiligen und damit zur Öffnung und zur gesellschaftlichen Verankerung der SPD beitragen
  • Mitgliedergewinnung: Projekte und Initiativen insbesondere in strukturschwachen Regionen
  • Förderung sozialer Gerechtigkeit: Projekte und Initiativen
  • Gleichstellung der Geschlechter: Projekte und Initiativen, insbesondere zur Erhöhung des Frauenanteils in der SPD
  • Förderung der Demokratie / Bekämpfung von Rechtsextremismus und Gewalt
  • Sozialdemokratische Geschichte / Tradition

Bitte sendet eure Bewerbungsunterlagen bis

Montag, 31. Mai 2010

per Post oder E-Mail an:

SPD Landesverband Sachsen
Kennwort: „ANNA-ZAMMERT-PREIS“
Könneritzstraße 3
01067 Dresden

E-Mail: lv-sachsen@spd.de

 

Download Bewerbungsunterlagen

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Auswahl und Vorstellung

Aus den Bewerbungen des Ideenwettbewerbs wählt eine vom Landesvorstand einberufene Jury die besten Projekte aus. Die ausgewählten Ortsvereine präsentieren sich auf dem ordentlichen Landesparteitag am 12.Juni 2010 (ein Tag) mit einem eigenen Stand. Hier werden auf Grundlage der Präsentation die Gewinner gekürt. Außerdem verleihen die Delegierten einen Publikumspreis.


 

Der Preis

Die angestrebte Erneuerung unserer Partei kann nur mit vielen aktiven Genossinnen und Genossen, kreativen Ideen und innovativen Projekten gelingen.Daher sollen die besten und innovativsten Ortsvereine auf dem Landesparteitag mit dem Anna-Zammert-Preis der sächsischen Sozialdemokratie ausgezeichnet werden. Der oder die Preisträger sollen mit dem Preisgeld bei der Umsetzung ihres Projektes unterstützt werden und auf dem Landesparteitag ein Forum erhalten, um ihre Idee im Landesverband bekannt zu machen und so auch anderen Anstöße zu liefern. Der Anna-Zammert-Preis ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert.


 

Anna-Zammert-Preis 2008

Erstmals wurde der Anna-Zammert-Preis auf dem Landesparteitag in Burgstädt 2008 verliehen. Die Delegierten entschieden sich dafür, den Publikumspreis an den OV Freiberg mit seinem Projekt „Gesucht: KönigIn von Deutschland“ zu vergeben, einer Plakat- und Onlinekampagne zur Gewinnung von Neumitgliedern. Mit unterschiedlichen Plakaten sprach die Kampagne Männer und Frauen gezielt an und wurde zusätzlich mit Flyern begleitet, die sich speziell an Jüngere richteten.

Die Preise der Jury gingen an die Ortsvereine aus Pirna, Delitzsch und Großschönau. Dabei wurde das „Beteiligungsprojekt Kommunalwahlen 2009“ der Pirnaer SPD mit dem 1. Platz gewürdigt. Im Projekt wurden interessierte BürgerInnen dazu eingeladen, sich an der Erarbeitung des Kommunalwahlprogramms zu beteiligen. Es wurden mehrere Themenabende und Stadtteilbegehungen durchgeführt, um vielfältige Mitwirkungsmöglichkeiten zu bieten. Mit dem 2. Platz bedachte die Jury den OV Delitzsch, welcher eine Projektwoche an den Schulen vor Ort initiierte, die sich mit dem Leben und Wirken der Delitzscherin Anna Zammert beschäftigen sollte. Mit dem 3. Platz ausgezeichnet wurde der OV Großschönau mit seinem Kinderfest, welches in hervorragender Weise Partner aus anderen Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, aber auch aus der lokalen Wirtschaft einbindet

Insgesamt 170 SPD-Ortsvereine sind in Sachsen aktiv. Sie organisieren Diskussionsveranstaltungen in der Region, beteiligen sich an Stadtfesten, sind Ansprechpartner für die Probleme der Bürgerinnen und Bürger und mobilisieren Kandidatinnen und Kandidaten für Wahlen. Und sie sind vor allem eins: Vor Ort für die SPD präsent. Ohne Zweifel, die Ortsvereine sind wesentlicher Bestandteil einer lebendigen lokalen Demokratie. Grund genug für den SPD-Landesverband, die Ortsvereine zu unterstützen, ihre erfolgreiche Arbeit zu dokumentieren und viele Ideen weiter zu geben.

Wer war Anna Zammert? Anna Zammert war eine Frau, die sich um die Sozialdemokratie, die Frauenrechte und die Arbeiterklasse verdient gemacht hat. Geboren wurde sie am 12. Juli 1898 in Delitzsch. Nach dem Ersten Weltkrieg begann sie in der Filmfabrik Wolfen zu arbeiten und trat aufgrund der Benachteilung von Frauen im Betrieb in den Fabrikarbeiterverband ein, dessen erste Frauensekretärin sie 1927 wurde.
Nachdem sie 1922 in die SPD eingetreten war, wurde Anna Zammert von 1930 bis 1933 Mitglied des deutschen Reichstages und stimmte gegen das Ermächtigungsgesetz.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie zeitweise inhaftiert und engagierte sich auch nach dem Verbot der SPD illegal weiterhin für die Sozialdemokratie. Aufgrund zweimaliger Verhaftung war sie gezwungen nach Dänemark und später Schweden zu emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie für kurze Zeit nach Deutschland zurück, um unter anderem auf der SPD-Generalversammlung 1947 in Hannover als Delegierte tätig sein zu können. 1953 verließ sie Deutschland wieder um beim schwedischen Fabrikarbeiterverband zu arbeiten. Erst 1975 kehrte Anna Zammert nach Delitzsch in Sachsen zurück, wo sie 1982 verstarb.

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